te_Null...zeit.punkt.null
...eine multimediale Zeitreise für
3 SchauspielerInnen, 6 Tänzerinnen
und 9 Gegenstände

choreographiccentrelinz | 2004
Konzept | Text | Regie | Ausstattung

Foto (c) Norbert Artner

Infos zum Stück

Trailer

Fotos

te_Null...zeit.punkt.null
te_Null...zeit.punkt.null
te_Null...zeit.punkt.null
te_Null...zeit.punkt.null
te_Null...zeit.punkt.null
te_Null...zeit.punkt.null
te_Null...zeit.punkt.null

Konzept / Regie / Ausstattung: Renate Schuler
Originaltexte / Textcollage: Silke Dörner / Renate Schuler
Choreografie: Charlotta Öfverholm
Choreografie / Butoh: Natascha Wöss
Musik: Andreas Hasch
Titelmelodie: Robert Schuler
Video: Eva Sobieszek
Licht: Franz Flieger Stögner
mit: Katharina Bigus, Natascha Wöss; Klaus Beyer, Alfred Rauch; Tanzkompanie x.IDA (Adriana Cubides, Magdalena Chowaniec, Sora Honda, Giulia Mininel/Anna Lis, Simona Miraglia)

Der Inspektor hat einen schwierigen Fall zu lösen: Jemand hat ihm seine Zeit gestohlen. Auf der Suche nach dem Täter trifft er auf den skurrilen Zeitforscher De Selby, gerät in das Spannungsfeld der gegensätzlichen Zeitformen Chronos und Kairos, und verliert sich schon bald im Sog der Zeit ... t0...zeit.punkt.null ist eine Zeitreise in 11 Bildern, die Schauspiel, Tanz, Butoh, Video und Musik miteinander verknüpft, um sich dem Phänomen „Zeit“ zu nähern.

“Jede Zeit ist eine Sphynx“, schrieb der deutsche Schriftsteller Heinrich Heine und verwies damit wie viele vor ihm und nach ihm auf die Rätselhaftigkeit des Zeitphänomens.
Sehr viel banaler lesen sich die Definitionen in einer Reihe von Lexika, die die Zeit beschreiben als “kontinuierliches Fortschreiten, innerhalb dessen sich alle Veränderungen vollziehen”. Dass Zeit jedoch ein viel komplexeres Phänomen darstellt bewiesen die Naturwissenschaftler, allen voran der Physiker Albert Einstein, dessen Relativitätstheorie vor allem eines deutlich macht: Aussagen über die Zeit sind relativ, sie hängen stets vom Standpunkt des Beobachters und seiner Bewegung zum beobachteten Objekt ab.
Dieser persönliche Bezugsrahmen, VON WO AUS man beobachtet, hat jeweils sein eigenes Zentrum, seinen eigenen NULL-Punkt.
Die „Erfindung der Null“ geht Hand in Hand mit dem Übergang von der „ewigen Zeit“ (Kairos) zur „zählbaren Zeit“ (Chronos).
Die Magie, die die Zeit auf uns ausübt, ist untrennbar mit dieser Zahl verbunden, die in ihrer Nicht-Wertigkeit den Wendepunkt jeder Zahlenfolge, das Zentrum jedes Koordinatensystems bildet. Ohne diesen Ausgangspunkt fehlt jede Orientierung.
Die Ordnung von Geschehnissen schafft Kontinuität. Das Gute am Zählen ist, dass es allem eine Gewissheit verleiht, das zuvor verschwommen im Kopf herumschwirrte.
Doch wo beginnt diese Ordnung, wo beginnt die Zeit, unsere Zeit? Wie kann man sich sicher sein, dass eine Abfolge so und nicht doch anders war?
Und vor allem: einmal angefangen, kann die Zählung nicht mehr aufhören, aus Angst, die Zeit könnte stehen bleiben .........

Das Stück entwickelt sich ausgehend von Texten, Ideen, Gedanken, Theorien, etc. aus verschiedensten Quellen (Literatur, Philosophie, Naturwissenschaften, Religion, etc.) rund um die Themen Zeit und Zahlen/Zählen.

Die einzelnen Szenen gehen von 9 Gegenständen aus, die zu Beginn auf der Bühne liegen. Jeder Gegenstand hat einen speziellen Bezug zu den Themen und kann eine eigene Geschichte erzählen.

Video, Film, Musik und Ton bilden zusätzliche Erzählstränge.

Die einzelnen Bühnenfiguren werden so besetzt, dass die Form ihrer Darstellung dem „Grundcharakter“ der Figur im Stück entspricht.

die Figuren

De SELBY ............ Wissenschaftler mit abstrusen Theorien
CHRONOS ............. auf der Suche nach Ordnung/Kausalität
INSPEKTOR ............. Kriminalbeamter auf der Spur
KAIROS ............. die ewige Zeit / Existenz
1 2 3 4 5............. zeitliche Abläufe / chorisches Element

Die einzelnen Bühnenfiguren werden so besetzt, dass die Form ihrer Darstellung dem „Grundcharakter“ der Figur im Stück entspricht.

KAIROS - die ewige Zeit - ist durch die sehr ursprüngliche, gestische, verinnerlichte, nonverbale Darstellung des Butoh-Tanzes gekennzeichnet. Sie befindet sich die ganze Zeit über auf der Bühne, wird aber von den anderen Figuren nicht wahrgenommen. Sie existiert für sich allein - ewig - manchmal schickt sie Botschaften.

CHRONOS - die zählende Zeit - ist in ihrem Handeln durch die Suche nach Ordnung geprägt. Sie ist auf der Suche nach einem exakten Bezugspunkt, t0, dem Anfang der Zeit. Gibt es ihn wirklich oder ist er nur ein Hirngespinst?

DER INSPEKTOR hat einen schwierigen Fall zu lösen: Jemand hat ihm seine Zeit gestohlen.
Mit seiner streng analytischen Vorgehensweise macht er sich auf die Suche nach dem Täter, doch plagen ihn zunehmend Selbstzweifel und er verliert sich bald im Sog der Zeit.

De SELBY - der sonderliche Wissenschaftler - hat seine ganz eigene Sicht der Welt und ihrer Gesetzmäßigkeiten und stellt allerlei skurrile Thesen auf. Natürlich werden ihm auch „klassische naturwissenschaftliche Theorien“, wie z. B. die Relativitätstheorie, in den Mund gelegt. Dass er aber einen belichteten Filmstreifen als Beweis dafür sieht, dass die menschliche Existenz nur eine Sukzession unendlich kurzer statischer Erfahrungen ist, ist abstrus und genial zugleich.

Fünf weitere Tänzerinnen bilden ein chorisches Element, das einzelne Gedanken in Bilder umsetzt, Gesprochenes veranschaulicht, Aspekte wie (Un)-Gleichzeitigkeit, Spiegelungen, Bewegungsabfolgen tänzerisch umsetzt. Sie beobachten und kommentieren das Geschehen auf der Bühne.

weitere Texte auf der Projekt-Homepage

Renate Schuler | Linz | AUSTRIA | Email: hello(at)renateschuler.at

(c) Renate Schuler 2017

× te_Null...zeit.punkt.null | Foto (c) Norbert Artner
< >